Wissenschaftler züchten Erbsen auf künstlichem Mondboden, aber sie wagen sich nicht, ihn als Suppe zu probieren
Nuss wächst auf dem Mond – erster erfolgreicher Versuch
Der Held des Films „The Martian“ zeigte, wie man auf dem Mars überleben kann, indem man Kartoffeln im martianischen Boden anbaut. Jetzt versuchen Wissenschaftler zu demonstrieren, dass es auch auf dem Mond möglich ist, sich selbst mit Nahrung zu versorgen.
Was wurde gemacht
- Substrat – Mischung aus Mondregolith (staubiger Gestein) und „Vermikompost“ (organischer Kompost, gewonnen von kalifornischen Würmern).
Der Regolith enthält an sich kaum organische Stoffe, die Pflanzen benötigen. Deshalb wurde dem Substrat ausreichend Organik hinzugefügt, um das Wachstum zu unterstützen.
- Probleme des Regoliths
- Enthält giftige Salze und Schwermetalle.
- Geringe Wasserhaltefähigkeit.
Um die Toxizität zu reduzieren und die Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern, wurden nur geringe Anteile Regolith – üblicherweise von 25 % bis 75 % – in die Mischung eingearbeitet.
- Mykorrhiza-Pilze – sie fördern das Wachstum des Wurzelsystems, verarbeiten Mineralien und Organik in für Pflanzen verfügbare Formen.
Experiment
Die Texas A&M University züchtete Kichererbsen (Cicer arietinum) in kontrollierten Kammern.
Es wurden verschiedene Substratproportionen verwendet:
| Zusammensetzung | Proportion |
|---|---|
| 100 % Vermikompost, 0 % Regolith | |
| 75 % Regolith + 25 % Kompost | |
| 50 % Regolith + 50 % Kompost |
In jedem Fall durchliefen die Pflanzen alle Lebenszyklusphasen: Keimung, Vegetation, Blüte und Samenbildung.
Ergebnisse
- Erfolgreiches Wachstum auch bei maximalem Anteil Mondboden (75 %).
- Mit steigendem Regolithanteil nahm die Gesamtnutzlast und die Anzahl der Samen ab, jedoch blieb die Bohnenhöhe ungefähr gleich.
- Die Samen sahen essbar aus, aber die Forscher haben sie noch nicht probiert.
Bedeutung
Dies ist der erste dokumentierte Fall einer vollständigen Ernte von Hülsenfrüchten auf Substraten, die dem Mondboden möglichst ähnlich sind. Kichererbsen sind eine reichhaltige Proteinquelle und enthalten andere Nährstoffe, was sie zu einem vielversprechenden Produkt für Weltraummissionen macht.
Der nächste Schritt – Prüfung der Eignung des auf dem Mond gezüchteten Kichererbse zum menschlichen Verzehr. Bis jetzt bleibt das eine Aufgabe der Zukunft.
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