Optische Netzwerke sind zu einem Spionageinstrument geworden: Ohren in den Wänden, wir lauschen engen Gesprächen

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Wie können Glasfaserkabel Menschen „hören“

Die Technologie der verteilten akustischen Sonde (DAS) nutzt gewöhnliche Glasfasern, um seismische Wellen zu registrieren, aber Forscher der Universität Edinburgh zeigen, dass ihre Möglichkeiten viel breiter sind.

Funktionsweise von DAS
1. Der Interrogator sendet einen Laserimpuls durch das Kabel und erfasst die zurückgestreuten Signale.
2. Im Inneren des Fadens befinden sich mikroskopische Glasdefekte; wenn eine seismische Welle hindurchgeht, dehnen oder komprimieren sie sich und verändern die Phase des reflektierten Lichts.
3. Diese Veränderungen ermöglichen die Rekonstruktion eines Erdbebenbildes.

Damit wird ein einzelnes Kabel zu einer „Kette“ aus Tausenden von Mini-Seismometern, die nicht nur Erdbeben, sondern auch Vulkane, Autos oder sogar Orchesterinstrumente erfassen können.

Menschen hören
Um zu prüfen, ob DAS Töne übertragen kann, stellten Wissenschaftler neben das Kabel einen Lautsprecher.
- Reine Töne und Musik werden leicht ohne zusätzliche Verarbeitung erfasst.
- Menschliche Sprache (200–5000 Hz) wird ebenfalls aufgenommen: tiefe Frequenzen werden direkt gelesen, hohe Frequenzen benötigen eine anschließende Analyse durch das OpenAI Whisper-Neuronennetzwerk.

Einschränkungen der Methode
Parameter | Einschränkung | Position des Kabels | Nur für geknickte Kabel, die auf der Oberfläche liegen. | Abstand zur Schallquelle | Nicht mehr als 5 m. | Einbettungstiefe | Bei einer Tiefe von 20 cm und höher verschlechtert sich die Sprachqualität deutlich. | Gerades Kabel | Selbst bei Nähe zum Lautsprecher liefert es keine hochqualitative Aufnahme.

Was das bedeutet
- Parallelüberwachung: Das Abhören kann gleichzeitig mit der Beobachtung von Erdbeben erfolgen.
- Militärische Anwendungen: DAS-Messungen in der Tiefe können Bewegungen von U-Booten und Schiffen erfassen, was Perspektiven für die militärische Aufklärung eröffnet.

Damit zeigen Glasfaserkabel, die traditionell in der Seismologie eingesetzt werden, Potenzial sowohl als „akustische Sensoren“ als auch als Werkzeug zur Audioanalyse.

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