OpenAI Codex und Anthropic Claude ermutigen Entwickler dazu, von der üblichen Herangehensweise beim Schreiben von Code abzusehen
Sind traditionelle Programmierung gestorben?
Die kürzlich erschienenen Modelle von OpenAI und Anthropic haben viele Entwickler dazu gebracht, sich die Frage zu stellen: „Was ist jetzt mit klassischem Codieren?“ In diesem Monat wurden GPT‑5.3‑Codex und Claude Opus 4.6 veröffentlicht, die ihre Vorgänger bei der Codegenerierung deutlich übertreffen. GPT‑5.3‑Codex erzielt höhere Ergebnisse in Benchmarks, während Opus 4.6 die Möglichkeit hinzufügt, autonome KI-Agenten auszuführen, die verschiedene Teile einer komplexen Aufgabe parallel lösen können.
Beide Modelle können Code schreiben, prüfen, testen und debuggen, ohne dass ein Mensch eingreift, und verbessern sogar ihre eigenen Lösungen, bevor das Ergebnis dem Benutzer präsentiert wird. Das hat einen echten „existenziellen Krisen“ in der Community von Softwareingenieuren ausgelöst.
Virale Veröffentlichung von Matt Schumer
Der Geschäftsführer von OthersideAI, Matt Schumer, veröffentlichte einen Artikel, in dem er behauptete, die neuen KI‑Modelle hätten „sanft geklickt“ und nun den gesamten Entwicklungszyklus durchführen können: Zehntausende Codezeilen schreiben, Anwendungen starten, Funktionen testen und Fehler korrigieren, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist. Nach seinen Worten reicht es aus, das gewünschte Endergebnis zu beschreiben, und die Algorithmen verbessern sich selbst.
Schumer sagte voraus, dass dies den Arbeitsmarkt stärker zerstören könnte als die COVID‑19‑Pandemie.
Verschiedene Reaktionen der Community
* Unterstützung – Der Mitbegründer von Reddit, Alexis Ohanian, äußerte seine Zustimmung zu Schumer.
* Kritik – Professor Gary Marcus der New Yorker Universität wies darauf hin, dass es keine Beweise dafür gibt, dass KI tatsächlich fehlerfrei Code für komplexe Anwendungen generieren kann. Jeremy Kan aus Fortnite fügte hinzu, dass automatisiertes Testen zwar die vollständige Automatisierung des Programmierens vereinfacht, aber eine vollständige Automatisierung anderer Bereiche der intellektuellen Arbeit noch nicht möglich ist.
Realität in der Praxis
Viele Entwickler verzichten bereits auf das manuelle Schreiben von Code und nutzen stattdessen KI als „Regisseur“ zur Textgenerierung. In großen Technologiefirmen wird ein Wandel beobachtet: Ingenieure schreiben keinen Code mehr direkt, sondern steuern den Prozess der Programmentwicklung über KI‑Tools. Die Fähigkeit wandelt sich vom einfachen Codieren hin zum Entwerfen von Lösungen und dem Management dieser Systeme.
Beispiel von Anthropic
Innerhalb von Anthropic wird ebenfalls stark auf bereits vorhandene Modelle gesetzt. Der Leiter von Claude Code, Boris Cherny, erklärte, dass er seit mehr als zwei Monaten keinen Code mehr geschrieben habe – alles wurde über KI erledigt. Die Modelle haben einen Punkt erreicht, an dem sie helfen können, fortschrittlichere Versionen ihrer selbst zu erstellen. OpenAI und Anthropic nutzen frühere Iterationen von Algorithmen zur Erstellung, Prüfung und zum Testen neuer Modelle.
Bedenken hinsichtlich Burnout
Trotz der gesteigerten Produktivität äußern einige Entwickler Bedenken: Neue KI‑Tools könnten zu „Burnout“ führen, weil sie ständig Überstunden erfordern. Der erfahrene Programmierer Steve Yegge berichtete, dass er oft direkt am Arbeitsplatz eingeschlafen sei nach langen Codier-Sessions, und Kollegen manchmal… (Text abgebrochen).
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