Microsoft verzeichnet einen Anstieg von Phishing über unbekannte QR‑Codes um 146 % und warnt vor deren Gefahren
Microsoft berichtet über einen starken Anstieg von QR‑Phishing und anderen neuen Angriffstaktiken
*QR‑Phishing (Phishing über QR‑Codes) stieg im ersten Quartal 2026 um 146 %.*
Diese Zahlen basieren auf der Analyse von 8,3 Milliarden Phishing-E-Mails, die Microsoft zwischen Januar und März entdeckt hat. Neben QR‑Phishing wurde auch ein Anstieg von Angriffen über kompromittierte Unternehmenspost (BEC), das Umgehen von CAPTCHA-Seiten und Phishing-Nachrichten mit Anhängen/Links beobachtet.
1. Trend des QR‑Phishings
- Gesamtvolumen: Im Quartal schwankte es, aber Microsoft verzeichnet einen klaren Wandel hin zur Nutzung von QR‑Codes.
- Grund: Angreifer passen sich an verstärkte Scan-Schutzmaßnahmen an. Textbasierte E-Mails werden schnell erkannt, während QR‑Codes als „Brücke“ außerhalb der geschützten Arbeitsumgebung eines Computers bleiben. Das Risiko steigt, wenn das Opfer ein persönliches Smartphone nutzt.
- Lieferarten:
- Zu Beginn des Quartals war PDF-Dateien der Hauptkanal.
- Im März stieg die Zahl von Codes, die direkt im Text einer E-Mail ohne Anhänge eingebettet sind, um 336 %.
- CAPTCHA‑Umgehungen: Nach einem Abwärtstrend in Januar und Februar stiegen ihre Anzahl im März um mehr als 125 %. Angreifer nutzen CAPTCHAs als „Übergang“ zu Malware, indem sie das Opfer dazu bringen, mit einer Website zu interagieren, bevor die Datei heruntergeladen wird.
2. Vielfalt der Liefermethoden
Microsoft betont, dass Angreifer nicht auf eine einzige Methode beschränkt sind:
- HTML-Anhänge
- SVG-Dateien
- PDF-Dokumente
- DOC/DOCX-Dateien
- Phishing-Links eingebettet in E-Mails
Diese Varianten ermöglichen das Umgehen verschiedener Schutzebenen.
3. Erfolge im Kampf gegen die Plattform Tycoon2FA
Im März zerstörten Microsoft und Europol gemeinsam die Infrastruktur von Tycoon2FA – „Phishing as a Service“ (PhaaS).
- Die Zahl der mit der Gruppe verbundenen Angriffe wurde um 15 % reduziert.
- Die Gruppe baut ihre Infrastruktur jedoch schnell neu auf: Ende März waren 41 % der Tycoon2FA-Domains in der .RU-Zone registriert.
4. Unternehmenspost – neues Ziel
Microsoft entdeckte 10,7 Millionen Phishing-E-Mails, die sich an Unternehmenskonten richteten:
- Angreifer nutzen „Hook“ (z. B. Nachricht „Sind Sie vor Ort?“), um ein Gespräch zu beginnen und senden anschließend eine schädliche Datei in einer separaten E-Mail.
- In der Steuerzeit werden Anfragen zur Aktualisierung von Zahlungsdaten für die Gehaltsabrechnung verschickt.
- Im Februar stieg die Zahl solcher Angriffe um 15 %.
5. Schutzempfehlungen
1. Überprüfen Sie die Einstellungen von Exchange Online Protection und Microsoft Defender for Office 365 – stellen Sie sicher, dass empfohlene Sicherheitsparameter aktiviert sind.
2. Aktivieren Sie in Defender für Office 365:
- Zero‑hour auto purge (ZAP)
- Safe Links
3. Aktivieren Sie an Endgeräten Network Protection im Microsoft Defender.
4. Stellen Sie Multi‑Factor Authentication bereit: 2FA, FIDO2‑Keys oder biometrische Daten.
5. Führen Sie regelmäßige Schulungssimulationen von Phishing-Kampagnen für Mitarbeiter durch.
Damit dokumentiert Microsoft einen signifikanten Anstieg von QR‑Phishing und anderen neuen Taktiken, zerstört jedoch aktiv die Infrastruktur der Angreifer und empfiehlt konkrete Schutzmaßnahmen für Unternehmensnutzer.
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