Lenovo wird beschuldigt, umfangreiche Daten von Amerikanern zu sammeln und an China weiterzuleiten – das Unternehmen weist die Anschuldigungen vollständig zurück
Almeida Law Group hat eine Sammelklage gegen Lenovo wegen Verstoßes gegen die Regeln des US-Justizministeriums eingereicht
Die Anwaltskanzlei Almeida Law Group hat ein Gerichtsverfahren gegen den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo initiiert und ihn beschuldigt, die Anforderungen des US-Justizministeriums (DOJ) zu verletzen. Nach Angaben der Anwälte verwendet Lenovo Werbe-Tracker, um Daten amerikanischer Nutzer zu sammeln und anschließend in China weiterzugeben, was eine Bedrohung für die nationale Sicherheit und den Datenschutz der Bürger darstellt.
Wie die Datensammlung funktioniert
Laut einer Mitteilung von The Register enthält die Lenovo-Website zahlreiche eingebettete Tracker von Drittanbietern. In der Beschwerde werden Dienste wie TikTok, Facebook✴, Microsoft und Google genannt. Sie erfassen automatisch das Verhalten der Besucher beim Laden der Startseite des Herstellers. Die Anwälte behaupten, dass diese Praxis es Lenovo ermöglicht, enorme Mengen an Verhaltensdaten zu sammeln und sie Organisationen weiterzugeben, die unter chinesischer Gerichtsbarkeit stehen, einschließlich der Muttergesellschaft Lenovo Group.
Rechtliche Grundlagen
Die Klage basiert auf den Bestimmungen des DOJ Data Security Program. Nach dieser Regelung liegt die Schwelle für regulierte persönliche Identifikatoren bei 100 000 Personen. Zu den verletzbaren Informationen gehören staatliche und finanzielle Kontonummern, IMEI‑Identifier, MAC‑Adressen, SIM-Karten, demografische Daten und Werbe‑IDs. Die Anwälte sind der Ansicht, dass die gesammelten Daten zur Erstellung detaillierter Dossiers über US-Bürger verwendet werden können, einschließlich Personen in verantwortlichen Positionen (Richter, Militär, Journalisten, Politiker). Theoretisch ermöglicht dies das Aufdecken psychologischer oder finanzieller Schwachstellen von Bürgern und deren Nutzung zu verschiedenen Zwecken.
Tatsächliche Beschwerde
Der formelle Anlass für die Klage war ein US-Bürger – Spencer Christy. In den Unterlagen heißt es, dass er im November und Dezember 2025 die Lenovo-Website besucht hat. Bei jedem Besuch aktivierten Tracker, die seiner Meinung nach berechtigte Erwartungen an die Privatsphäre verletzten. Die Klage fordert die Anerkennung des Falls als Sammelklage sowie Schadensersatz und Rückzahlung unrechtmäßig erworbener Gewinne.
Reaktion von Lenovo
The Register bat um einen Kommentar vom Beklagten. In einer offiziellen Stellungnahme bestreiten die Vertreter von Lenovo die Vorwürfe eines unangemessenen Austauschs von Kundendaten. Sie betonen, dass sie Sicherheitsfragen ernst nehmen, alle geltenden Gesetze einhalten, einschließlich der strengen US-Anforderungen, und ihre Methoden als transparent und rechtskonform ansehen.
Status des Falls
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Almeida Law Group auf Anfragen von Journalisten zum Stand der Ermittlungen nicht reagiert.
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