Intel hat heimlich den Plan zur kostenpflichtigen Aktivierung zusätzlicher Prozessorfunktionen storniert
Kurze Geschichte und Ende von „Intel On Demand“
Vor etwa fünf Jahren startete die Firma Intel ein Experiment namens „Intel On Demand“ – ein Programm, das es Benutzern ermöglicht, zusätzliche Funktionen an einen bereits installierten Prozessor gegen Aufpreis zu „anschließen“. Die Idee war, dass Käufer ihre Server erweitern können, ohne die Hardware auszutauschen: Bei Bedarf bezahlen sie einfach für das benötigte Modul.
Die Hauptzielgruppe des Programms sind Xeon‑Serverprozessoren, deren Funktionsanforderungen sich mit der Infrastruktur ändern. In der Praxis konnte der Kunde Technologien wie Software Guard Extensions (SGX), Dynamic Load Balancer (DLB), Intel Data Streaming Accelerator (DSA), Intel In‑Memory Analytics Accelerator (IAA) und Intel QuickAssist Technology (QAT) aktivieren. Die Aktivierung erfolgte entweder dauerhaft oder auf Anfrage – gegen Aufpreis.
Archivierung des Projekts
Im November letzten Jahres wurde das GitHub‑Repository, in dem Intel den Quellcode und die Dokumentation für dieses Programm aufbewahrte, als archiviert erklärt. Das bedeutet, dass die Initiative nicht mehr offiziell unterstützt wird. Auf der Unternehmenswebsite wurden Seiten mit Beschreibungen von „On Demand“ teilweise entfernt; die einzigen Erwähnungen bleiben in alten PDF‑Dokumenten.
Was das für Kunden bedeutet
Neues Xeon-Prozessoren generieren in der Regel keine Möglichkeit mehr, Funktionen „auf Abruf“ zu aktivieren. Wenn ein Kunde erweiterte Funktionalität möchte, muss er sofort teurere Modelle mit den benötigten Modulen erwerben, anstatt später dafür zu bezahlen.
Gründe für die Einstellung des Programms
Aus Sicht der Branche wurde die Idee, zusätzliche Gebühren für die Aktivierung bereits eingebauter physischer Module zu erheben, kritisiert. Viele Benutzer hielten diesen Ansatz für überflüssig und unfair, weshalb Intel letztlich entschied, die Unterstützung von „Intel On Demand“ einzustellen.
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