Informelle Europa: Die chinesische Fabrik von Nexperia hat die Produktion von Chips ohne Siliziumplatten aufgenommen.
Neue Schritte der chinesischen Tochtergesellschaft von Nexperia im Kontext des Konflikts mit den Niederlanden
Seit dem Versuch der niederländischen Behörden, Anfang Oktober letzten Jahres die Holdingstruktur von Nexperia zu kontrollieren, haben sich die Parteien gegenseitig beschuldigt. In dieser Atmosphäre wurde es nahezu unmöglich, die tatsächliche Wahrheit festzustellen.
Die chinesische Tochtergesellschaft von Nexperia hat erklärt, dass sie nun ihre Produkte ohne Zugang zu Siliziumplatten aus Europa herstellen kann. Diese Entscheidung folgte darauf, dass im niederländischen Büro des Unternehmens den Mitarbeitern der chinesischen Niederlassung der Zugriff auf das unternehmensinterne Informationssystem verweigert wurde – ein Signal für einen weiterhin andauernden monatelangen Konflikt.
Wie die Lieferkette früher funktionierte
- Verarbeitung der Platten: In Deutschland und Großbritannien wurden zunächst Siliziumplatten verarbeitet.
- Versand nach China: Nach der Verarbeitung wurden sie in die Volksrepublik China geschickt, wo aus ihnen Halbleiterkomponenten – Transistoren, Dioden, Schutzbausteine usw. – hergestellt wurden.
Nexperia kontrolliert etwa 40 % des weltweiten Marktes für Transistoren und Dioden. Das bedeutet, dass ihr Einfluss über die Automobil-Elektronik hinausgeht: Haushaltsgeräte, Netzteile, Motherboards und Ladegeräte sind ebenfalls auf Produkte des Unternehmens angewiesen.
Übergang zu neuen Platten
- Neue Größen: Die chinesische „Tochter“ ist auf Siliziumplatten mit 300 mm umgestiegen. Das ermöglicht höhere Produktionsmengen der Endprodukte und senkt die Stückkosten.
- Technologische Anpassung: Der Übergang war nicht einfach – es erfordert erhebliche Modernisierungen der Fertigungslinien, um mit größeren Platten arbeiten zu können.
Derzeit plant Nexperia, einzelne Bipolartransistoren, Schottky-Dioden und Entladungs-Schutzgeräte auf Basis dieser neuen Platten herzustellen. Der Lieferant für 12‑Zoll‑Siliziumplatten ist noch nicht bekannt, aber es ist bekannt, dass das chinesische Unternehmen Wingtech, das Nexperia in China tatsächlich besitzt, ein spezialisiertes Werk in Shanghai hat, von dem aus die benötigten Materialien geliefert werden könnten.
In Europa nutzt die Muttergesellschaft immer noch 200‑mm‑Platten und hat keine größeren Plattenherstellungsanlagen etabliert. Inmitten des Konflikts haben einige Kunden Siliziumplatten eigenständig aus Europa nach China transportiert, um Unterbrechungen der Chipproduktion zu vermeiden.
Ergebnis
Die chinesische Tochterstruktur von Nexperia hat ein gewisses Maß an Rohstoffunabhängigkeit vom europäischen Import erreicht. Das ermöglicht ihr die weitere Produktion benötigter Komponenten auch bei eingeschränktem Zugang zu externen Lieferungen und sorgt für Produktionsstabilität im Rahmen des andauernden Streits mit dem niederländischen Büro.
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