Es wurde nachgewiesen, dass die Inhomogenität des Erdmagnetfeldes durch geheime Strukturen im Mantel verursacht wird.
Neuer Blick auf das globale Magnetfeld der Erde
Nach dem klassischen Modell wirkt das Magnetfeld des Planeten wie ein „Strom“ von einem hypothetischen Stab, der durch die Pole verläuft. Tatsächliche Daten zeigen jedoch, dass die durchschnittliche Form des Feldes deutlich von diesem idealisierten Bild abweicht. Dennoch stützen sich viele geologische, klimatische und paläontologische Modelle weiterhin auf diese vereinfachte Darstellung, was unnötige Fehler in Berechnungen einführen kann.
Was die Wissenschaftler der Universität Liverpool untersucht haben
Im Jahr 2024 führte eine Gruppe von Forschern eine computerbasierte Analyse des langfristigen Einflusses zweier riesiger Strukturen – LLSVP (Large Low‑Shear‑Velocity Provinces) – auf das Magnetfeld der Erde durch. Diese Objekte, die in einer Tiefe von etwa 2900 km (Grenze zwischen Mantel und Kern) entdeckt wurden, existieren seit ungefähr 40 Jahren und haben Größenverhältnisse, die mit Afrika vergleichbar sind.
* Zusammensetzung – heißer, dichteres Material, chemisch anders als der umgebende Mantel.
* Hülle – Schicht kalter Substanz, in der die Geschwindigkeit seismischer Wellen höher ist. Das schafft Temperaturgrenzen, die die Strömungen geschmolzenen Eisens im Kern beeinflussen.
Die Störung der Symmetrie dieser Ströme führt zu globalen Anomalien des Magnetfeldes.
Wie die Hypothese überprüft wurde
Mit einem Supercomputer stellten die Forscher zwei dynamische Modelle auf:
1. Ohne Berücksichtigung von LLSVP – das Modell ignorierte die Existenz großer Bereiche.
2. Mit Berücksichtigung von LLSVP – es schloss deren Einfluss ein.
Nach den Berechnungen wurden beide Modelle mit der aktuellen beobachteten Verteilung des Magnetfeldes verglichen. Nur das zweite Modell (mit LLSVP) prognostizierte die moderne Konfiguration exakt, während das erste Ergebnis falsch war. Dies gilt als zuverlässiger Beweis dafür, dass diese Strukturen tatsächlich das globale Feld beeinflussen und die Verschiebung des Pols nach Russland erklären.
Warum dies wichtig ist
Diese Ergebnisse verfeinern nicht nur das Verständnis des Magnetfeldes, sondern helfen auch:
* Die Modelle alter Kontinente (Pangaea) neu zu bewerten.
* Fragen zum Klima der Vergangenheit zu klären.
* Die Entwicklung paläobiologischer Prozesse zu verstehen.
* Die Herkunft natürlicher Ressourcen einzuschätzen.
Wie der leitende Autor der Studie, Andy Biggin, bemerkte: „Wir haben uns daran gewöhnt, anzunehmen, dass das durchschnittliche Magnetfeld sich wie ein idealer Stab entlang der Rotationsachse verhält. Unsere Erkenntnisse zeigen, dass die Realität viel komplexer ist.“
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