Die Schmuggler kauften offenbar in den USA Chargen von Nvidia-Beschleunigern und lieferten sie nach China, berichtet die Untersuchung.
Kurzfassung
Nach den Unterlagen eines Strafverfahrens waren in der Kette illegaler Lieferungen von Nvidia H100- und H200-Geschwindigkeitsverstärkern aus den USA nach China nicht nur „Drittstaaten“, sondern auch direkt amerikanische Unternehmen aktiv. Die Ermittlungen deckten ein Schema auf, bei dem die Verstärker bei Lenovo (North Carolina) gekauft und über mehrere Lager nach Shenzhen verschoben wurden.
1. Hintergrund der Untersuchung
- Zeitraum: Oktober 2024 – Mitte 2025
- Ziel: Lieferung von Nvidia H100/H200-Verstärkern und zugehörigen Komponenten nach China.
- Hauptakteure:
- *Hao Global* – texanisches Unternehmen, gegründet von dem chinesisch-amerikanischen Unternehmer Su (Hsu).
- *Lenovo* – amerikanische Niederlassung des Unternehmens, die Verstärker liefert.
2. Funktionsweise des Schemas
Schritt | Was geschah
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1 | Hao Global schloss einen Vertrag über mehr als 7 000 Verstärker (≈ 160 Mio. $).
2 | Der erste tatsächliche Kauf: 60 Basisplatinen H100 für 10,8 Mio. $. Lenovo informierte die amerikanische Firma darüber. North Carolina → New York → Singapur → Hongkong.
3 | Die zweite Charge (800 H100 + 1 600 H200) sollte nach Thailand gehen, wurde aber im Lager Atlanta (Georgia) von BIS-Agenten eingefroren. Atlanta, Georgia.
4 | Um die Kontrolle zu umgehen, wurden die Verstärker in New York als „Sandkyan‑Adapter“ neu gekennzeichnet. New York.
5 | Fünf Chargen wurden nach Kanada und dann über Zwischenländer nach China verschoben. Kanada → China.
3. Rolle von Lenovo
- Das Unternehmen wurde der Unterstützung des Schmugglings beschuldigt, jedoch konnte die Beteiligung nicht bewiesen werden.
- Lenovo betonte strenge Prüfverfahren für den Endgebrauch ihrer Produkte und die Zusammenarbeit mit US‑Behörden.
4. Aufdeckung des Verbrechens
1 | Ein Informant meldete die Beschlagnahme der Hauptmenge Verstärker im US‑Lager durch BIS-Agenten, die bereits vor Ort tätig waren.
2 | Nach der Beschlagnahme betrachtete Hao Global die Waren als „gestohlen“ und vermutete keine staatliche Intervention.
3 | Im Mai trafen sich die Beteiligten mit einem undercover BIS-Agenten, der einen Kaufpreis von 1 Mio. $ für die Rückgabe einer Charge anbot.
4 | Die Zahlung erfolgte, bevor die „Schmuggler“ festgenommen wurden.
5 | Was Experten überraschte
- Das Schema operierte auf US‑Territorium, wo strenge Kontrollen erwartet werden.
- Trotz verstärkter Vorsichtsmaßnahmen gelang der Schmuggel dennoch durch das System.
- Dies unterstreicht, dass selbst bei hohen Sicherheitsstandards Umgehungswege und versteckte Kanäle möglich sind.
Schlussfolgerung
Das Strafverfahren zeigt, wie innerhalb amerikanischer Unternehmen eine illegale Lieferung sanktionierter Produkte direkt nach China organisiert werden kann. Trotz aktiver Beteiligung der Behörden und der Kooperation von Lenovo gelang die Umsetzung des Schemas dank komplexer Umlabeln und der Einbindung von BIS-Agenten in die Logistikkette. Dies wirft Fragen zur Wirksamkeit bestehender Exportkontrollmaßnahmen für hochtechnologisches Equipment auf.
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