Die NASA hat das Artemis-Programm grundlegend überarbeitet, die Landung verschoben und die Leistung des SLS reduziert, um China im Mondrennen nicht zu hinterlegen.
1. Warum die USA eine Bedrohung durch China empfinden
Hohe US-Beamte haben wiederholt erklärt, dass es für das Land „eine geopolitische Katastrophe“ wäre, wenn China den Mond früher als Amerika erreichen würde. Gleichzeitig stand das eigene NASA-Programm Artemis vor der Gefahr, nicht rechtzeitig zu sein: die Fristen verschoben sich und die Aufgaben erforderten radikale Änderungen.
2. Neuer Kurs unter der Leitung von Jared Isaacman
Am 27. Februar 2026 kündigte der neue NASA‑Administrator Jared Isaacman „revolutionäre“ Maßnahmen an, um die Rückkehr von Astronauten zum Mond zu beschleunigen. Ziele:
- chronische Verzögerungen beseitigen;
- die Frequenz der Starts erhöhen;
- China nicht den Vorsprung in der Mondrennen des 21. Jahrhunderts verschaffen.
Isaacman betonte die Notwendigkeit, „zu den Grundlagen zurückzukehren“, Ausrüstung zu standardisieren und die Flugraten zu steigern, um ab 2027–2028 jährlich Missionen zum Mond zu schicken.
3. Warum Reformen nötig sind
Der Hauptgrund sind ernsthafte Probleme mit der Trägerrakete SLS:
- Lecks von Kryotreibstoff und Helium;
- monatelange Verzögerungen bei der Vorbereitung;
- Startfrequenz – etwa alle 3–3,5 Jahre (in der Apollo‑Ära waren es alle 3–3,5 Monate).
Ein solcher Rhythmus ist inakzeptabel, besonders angesichts des schnellen Fortschritts Chinas im Mondprogramm. Isaacman erklärte, dass ein SLS-Start alle paar Jahre „kein Rezept für Erfolg“ sei und hob das Risiko eines Führungsverlusts hervor.
4. Schlüsseländerungen
- Aufhebung der Entwicklung der teuren oberen (Beschleunigungs-)Stufe Exploration Upper Stage sowie einer modernisierten Version der SLS Block IB – Einsparung von Milliarden Dollar.
- Boeing, das die schwerere Komponente entwickeln sollte, stimmte dieser Entscheidung zu und unterstützte öffentlich den neuen NASA‑Plan.
- Für Artemis II und Artemis III wird die aktuelle obere Stufe verwendet, die ULA auf Basis der modernisierten Delta IV‑Stufen gebaut hat.
- Diese Produktionslinie ist jedoch geschlossen; es werden keine neuen Beschleunigungsstufen mehr hergestellt.
- Ab Mission Artemis IV soll auf eine kommerzielle standardisierte obere Stufe umgestellt werden, deren Entwicklung oder Genehmigung noch aussteht.
- Analysten vermuten, dass dies der Centaur V‑Block der Vulcan‑Rakete (ULA) sein könnte. Bei den ersten Teststarts reißten die Treibstofftanks des Blocks jedoch durch inneres Druckniveau, sodass Anpassungen für Mondmissionen nötig sind.
5. Neuer Ansatz für Mission Artemis III
Artemis III (Mitte 2027) wird nicht mehr als Mondlandung betrachtet. Es handelt sich um einen Testflug in niedrige Erdumlaufbahn, bei dem die Kopplung des Orion‑Raumschiffs mit den Mondlande-Modulen Starship (SpaceX) und/oder Blue Moon (Blue Origin) geübt wird.
Dieser Ansatz übernimmt die bewährte Apollo-Philosophie: mehrere Testflüge zur Risikoreduzierung (Kopplung, Navigation, Kommunikation, Lebenserhaltungssysteme) und anschließend eine echte Landung. Die erste vollwertige Landung im neuen Jahrhundert ist nun als Artemis IV 2028 geplant, mit möglicher zweiter Landung im selben Jahr.
6. NASA‑Ziele
NASA strebt an, einen Modus von einem Start pro Jahr (oder sogar häufiger) zu erreichen, damit der Prozess „produktiv“ wird und die Zuverlässigkeit automatisch steigt. Diese Änderungen in Artemis stellen eine pragmatische Kurskorrektur dar, die die Interessen des Staates und des Privatsektors vereint.
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