Die europäisch-chinesische Beobachtungsstation hat erstmals die gesamte Magnetosphäre der Erde im Weltraum festgehalten.
Schlüssel Fakten
Zeit/Ort: 19 Mai 2026, 00:52 Ortszeit (06:52 MSK) Siebter Start von der Raumfahrtbasis Kourou in Französisch-Guayana
Erstes Ziel – Satellit SMILE – wurde in eine niedrige Umlaufbahn mit einer Höhe von ca. 700 km gebracht
Missionenorientierung – 11 Motorstarts, um auf eine elliptische Umlaufbahn zwischen 5 000 und 121 000 km über den Polen zu gelangen
Was ist SMILE
SMILE (Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer) ist ein Observatorium, das gemeinsam von China und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gebaut wurde. Seine Aufgabe besteht darin, den Sonnenwind und die Wechselwirkung des Erdmagnetfeldes mit diesem zu beobachten.
> *„Dies war das letzte EU-China-Projekt, nach dem die EU im Jahr 2026 die Finanzierung gemeinsamer wissenschaftlicher Programme mit chinesischen Wissenschaftlern untersagte.“*
Wie der Satellit arbeiten wird
1. Ausrollen der Solarpanels – eine Stunde nach dem Start.
2. Kontinuierliche Überwachung – in niedriger Umlaufbahn (≈ 700 km) für die ersten Tage.
3. Wechsel zur wissenschaftlichen Umlaufbahn – 11 Motorstarts, um einen elliptischen Pfad von 5 000 bis 121 000 km über den Polen zu erreichen.
4. Beobachtungen „von außen“ – der Satellit wird 40–45 Stunden hintereinander auf das erdnahe Raumfeld aus einer Höhe von mehr als 100 000 km schauen und die sonnenseitige Magnetosphäre sowie das Polarlicht erfassen.
Neue wissenschaftliche Perspektive
Globale Bilder der Magnetosphäre im weichen Röntgenbereich – Soft X‑ray Imager (SXI) – Hauptinstrument. Entwickelt unter Leitung der University of Leicester.
- Kartiert Stoßwellen, Magnetopause und „Löcher“ in den polaren Magnetfeldern durch Röntgenstrahlung, die bei Kollisionen von Ionen des Sonnenwinds mit neutralen Atomen der Exosphäre entsteht.
Zusätzlicher UV-Sensor – Ermöglicht Messungen derselben Prozesse im UV-Bereich, was das Verständnis der Wechselwirkung zwischen Wind, Magnetosphäre und Ionosphäre vertieft.
Nutzlastzusammensetzung
Gerät | Masse (kg) | Funktion
SXI | 20 | Weicher Röntgendetektor
UVI | 15 | Ultravioletter Visualisierer polare Lichter
LIA | 10 | Analyzer leichter Ionen
MAG | 25 | Magnetometer
Technische Details SXI
- Bandbreite: 0,2–2,5 keV
- Optik „Stachelauge“ auf Mikrokanalplatten mit Iridiumbeschichtung
- Sichtfeld: ~15,5° × 26°
- Fokusfläche: zwei größte CCD‑Matrizen der Welt
Projektgeschichte
*Die Entwicklung begann im Jahr 2016 als gemeinsames Vorhaben von ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.*
Während der COVID‑19-Pandemie zog sich das Projekt aus, wurde aber schließlich abgeschlossen. Nach dem Start von SMILE kündigte die EU die Einstellung der Finanzierung gemeinsamer Projekte mit China an.
Fazit
SMILE ist der erste Satellit, der globale Röntgenkarten der Erdmagnetosphäre erstellen und Polarlichter aus dem Weltraum beobachten kann. Sein Start eröffnet einen neuen Blick auf die Wechselwirkung des Sonnenwinds mit unserem Planeten und beendet das Zeitalter gemeinsamer europäisch-chinesischer Raumfahrtforschung.
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