Die Batteriefabriken in den USA wechseln massenhaft zu Akkus für Rechenzentren, während Elektroautos das erwartete Wachstum nicht erreicht haben.
Was passiert mit den amerikanischen Batteriefabriken
Zu Beginn des Jahres 2020 kündigte Präsident Joe Biden einen ehrgeizigen Plan zur schnellen Elektrifizierung der US-Flotte an. Als Reaktion darauf begannen in dem Land neue Unternehmen zu entstehen, die sich auf die Produktion von Antriebsbatterien (Akku für Fahrzeuge) konzentrierten. Die Situation änderte sich jedoch: die Nachfrage nach Elektroautos sank und damit auch der Bedarf an Batterien dafür.
Wie haben sich die Pläne geändert
- Laut der Forschungsfirma CRU, zitiert im *Financial Times*, haben amerikanische Hersteller den Aufbau von Kapazitäten aufgegeben, die 2 Millionen Elektrofahrzeuge bedienen könnten.
- Der Rückgang der Subventionen für den Verkauf von E‑Cars und das allgemeine „Abkühlen“ des Marktes führten zu einem Nachfrageeinbruch in den USA.
- Von zehn großen Batteriefabriken sind sieben bereit, teilweise auf stationäre Energiespeichersysteme (SSES) umzuschalten.
Warum SSES nötig ist
Mit dem Übergang zu erneuerbaren Energiequellen wird die Energie unregelmäßig erzeugt. Um eine stabile Netzauslieferung sicherzustellen, braucht man ein Pufferspeicher – genau das leisten stationäre Batterien. Sie sind nicht nur in Rechenzentren gefragt, sondern überall dort, wo Reserveleistung benötigt wird.
- Ford hat sich bereits auf SSES in Kentucky umgestellt.
- General Motors kündigte ähnliche Pläne an.
- Stellantis, unterstützt von Samsung SDI, plant die Umstellung der Batterieproduktion in Indiana auf die Bedürfnisse stationärer Speicher.
Drei der größten US‑Autohersteller nehmen also am Trend teil.
Aktuelle Verkaufsdynamik
| Marke | Umsatz aus SSES (letztes Quartal) | YoY-Wachstum | Umsatz aus Elektroautos | YoY-Rückgang |
|-------|-----------------------------------|--------------|------------------------|--------------|
| Tesla | 12,8 Mio. USD | +27 % | 64 Mio. USD | –9 % |
Elektroautos machen nur 8 % des US‑Marktes aus. BloombergNEF prognostiziert, dass ihr Anteil bis 2030 weltweit auf 27 % steigen wird, statt der früheren 48 %.
Finanzielle Details
- Stellantis investierte 980 Mio. USD in ein Joint Venture mit LG Energy Solution in Ontario.
- Im Austausch für 49 % Aktien zu 100 USD verkaufte das Unternehmen einen Anteil an seinen Partner, nachdem es kürzlich 22 Mrd. € wegen fehlgeschlagener Versuche, die Produktion von E‑Cars zu skalieren, abgeschrieben hatte.
Politik und Tarife
- Unter Trump wurden im vergangenen Jahr die Subventionen für den Kauf von Elektroautos für US-Bürger aufgehoben, jedoch blieben Zahlungen für Akkus und SSES erhalten.
- Importzölle auf chinesische Batterien betragen bis zu 60 %, was die heimische Produktion attraktiv macht.
- Dennoch versuchen amerikanische Hersteller, ihre Preise im Vergleich zum Import wettbewerbsfähig zu halten, um Marktanteile nicht zu verlieren.
Wer führt in LFP‑Technologien?
China ist der führende Produzent von LFP‑Batterien (Lithium‑Eisen‑Phosphat), die besonders für stationäre Speicher geeignet sind. In den USA dominieren südkoreanische Unternehmen, die sich auf andere chemische Zusammensetzungen spezialisiert haben, die weniger gut für diese Anwendung passen.
Was erwartet den Markt bis 2030?
Analysten von Wood Mackenzie gehen davon aus, dass das Hauptwachstum der Batteriefertigungskapazitäten dennoch mit den Bedürfnissen von Elektroautos zusammenhängen wird und nicht mit SSES. Der Nachfragevolumen für stationäre Lösungen kann die Nachfrage nach Antriebsbatterien nicht übertreffen.
Fazit: Amerikanische Batteriefabriken schalten sich allmählich von der Produktion von Antriebsbatterien auf stationäre Energiespeichersysteme um, um den sich verändernden Nachfrage- und politischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Der technologische Führer in LFP‑Batterien bleibt China, während das Wachstum des SSES‑Marktes im Vergleich zu den Bedürfnissen von Elektroautos noch begrenzt ist.
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