Der US‑Iranische Krieg hat den Chipmarkt erschüttert und verursacht einen Mangel an Materialien für Lithografieprozesse.
Einfluss des Konflikts im Nahen Osten: Lieferketten von Halbleiterchemikalien in Japan und Südkorea
1. Das Problem geht über Gas und Helium hinaus
Die militärischen Auseinandersetzungen in der Region stören nicht nur den Fluss von Erdgas, sondern verursachen auch erhebliche Unterbrechungen bei der Lieferung wichtiger chemischer Substanzen, die für die Herstellung von Mikrochips benötigt werden.
2. Wer ist betroffen?
- Japanische Lieferanten von Fotolithographie-Resisten (Shin‑Etsu Chemical, Tokyo Ohka Kogyo, JSR, Fujifilm, Nissan Chemical) stehen vor einem Mangel an Lösungsmitteln.
- Ihre Kunden – große südkoreanische Chiphersteller Samsung Electronics und SK hynix – wurden bereits über mögliche Verzögerungen informiert.
3. Welche Substanzen sind knapp?
- Methylether von Propylenglykol (MEPG)
- Propylenglykolacetat Monomethyl-Ether (PGA‑Methyl Ether)
Diese Komponenten gehören zu Fotolithographie-Resist-Beschichtungen, Anti‑Glanz-Unterlagen und Klebstoffmischungen, die bei der Herstellung von HBM-Speicherchips und anderen hochmodernen Chips verwendet werden.
4. Ursache des Mangels
Unterbrechungen in den Lieferungen von Ligroin – ein Erdölprodukt aus Iran, das vor dem Konflikt 40 % des Bedarfs der japanischen Chemieindustrie über den Nahen Osten deckte.
- Aus 12 japanischen Ligroin-Verarbeitungsanlagen musste die Produktion um die Hälfte reduziert werden.
- Propylenglykoloxid (Basis für Lösungsmittel) wurde knapp, und die Rohstoffpreise in Japan haben seit Anfang März fast das Doppelte erreicht.
5. Lösungswege
Die japanischen Hersteller sind gezwungen, neue Quellen zu suchen: über Südkorea oder China. Ein Lieferantenwechsel erfordert jedoch eine erneute Zertifizierung der Endprodukte – ein Prozess, der bis zu einem Jahr dauern kann.
6. Koreas Antwort
Koreanische Unternehmen, die sich auf Halbleiterchemikalien spezialisiert haben, sind weniger abhängig von nahöstlichem Rohstoff und können Lösungsmittel sowohl aus den USA als auch aus China beziehen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, die Situation zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Ergebnis:
Militärische Ereignisse im Nahen Osten zerstören die Lieferkette wichtiger Chemikalien für die asiatische Halbleiterindustrie. Japanische Hersteller stehen vor einem Mangel an Lösungsmitteln, während südkoreanische Akteure die Chance sehen, ihre Position durch Diversifizierung der Rohstoffquellen zu stärken.
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