Der Satelliten‑Internettitel von Amazon wurde verzögert – das Unternehmen beantragte zusätzliche Zeit für die Inbetriebnahme von Leo.

Der Satelliten‑Internettitel von Amazon wurde verzögert – das Unternehmen beantragte zusätzliche Zeit für die Inbetriebnahme von Leo.

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Amazon bittet um Verlängerung der Fristen für den Start des Leo‑Satellitennetzes

Die US‑Bundeskommunikationsbehörde (FCC) hat angekündigt, dass Amazon es nicht schaffen wird, die Hälfte seiner Leo‑Satellitengruppe bis Juli 2025 wie ursprünglich geplant auszurollen. Derzeit sind im Programm mehr als hundert Missionen bis zum ersten Quartal 2029 vorgesehen.

Was ist der Grund für die Verzögerung?

- Fristen der FCC: Im Jahr 2020 hat die FCC das Leo-Projekt mit der Bedingung genehmigt, dass Amazon bis spätestens 30. Juli 2026 mindestens die Hälfte von 3 200 Satelliten (≈ 1 600 Einheiten) starten und in Betrieb nehmen muss.
- Aktueller Fortschritt: Laut Unternehmensschätzungen könnte Amazon bis zu diesem Datum etwa 700 Satelliten in den Orbit bringen – deutlich weniger als die geforderte Zahl von 1 600. Bisher wurden bei Amazon lediglich 180 Geräte gestartet.

Amazons Bitte

Amazon hat sich an die FCC gewandt und um eine zweijährige Fristverlängerung gebeten, um die gesetzten Ziele erreichen zu können. In seiner Stellungnahme betont das Unternehmen:

- Großer Reserve-Puffer für Startkapazitäten: „Wir haben deutlich mehr Startfenster erworben, als nötig wären, um ein Erstgeneration-Leo-System bis 2029 auszurollen“, heißt es im Presse‑Release.
- Geplante Missionen: Derzeit plant Amazon über hundert Raketenstarts bis zum ersten Quartal 2029 – das entspricht etwa drei Starts pro Monat in den nächsten drei Jahren. Mit jedem Start werden durchschnittlich 40 neue Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht.
- Bereits gebaute, einsatzbereite Geräte: Das Unternehmen verfügt über „mehrere hundert bereits hergestellte und startfertige Satelliten“, die sich nahe an den Startplätzen befinden.

Was bedeutet das für Kunden?

Amazon erklärt, dass der Service für erste Leo‑Kunden bereits ab dem 30. Juli starten könnte. Zu diesem Zeitpunkt werden jedoch vorrangig Unternehmens- und Regierungsorganisationen – nicht private Verbraucher – bedient:

> „Bis zu diesem Datum plant Amazon auch, seine Kundenterminals an eine größere Zahl von Unternehmens- und Regierungsclients weiterzugeben und für einen breiteren Roll‑out der Dienste in den USA und weltweit bereit zu sein.“

Wie könnte die FCC reagieren?

Es ist durchaus möglich, dass die Behörde dem Verlängerungsantrag zustimmt. Die Projekte Starlink (SpaceX) und Leo gelten als Schlüssel zur Bereitstellung gigabitfähiger Internetdienste in abgelegenen und ländlichen Gebieten der USA, einschließlich des federalen BEAD‑Programms. Sollte die FCC jedoch auf die Erfüllung der ursprünglichen Verpflichtungen bestehen, könnte dies:

- „die Bemühungen um den Rollout unterbrechen oder stoppen“,
- Amazon das Recht entziehen, den Rest des Systems zu starten, bis eine neue Lizenz erteilt wird.

Warum wurden die Fristen nicht eingehalten?

Amazon hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Verzögerungen zu kämpfen gehabt:

1. Abhängigkeit von Drittanbieter‑Raketenkontraktoren – Arianespace, Blue Origin und United Launch Alliance statt der eigenen Falcon 9‑Rakete wie bei SpaceX.
2. Probleme mit Zulieferern – Verzögerungen in der Entwicklung neuer Raketen, inklusive eigener Tests.
3. Kürzliche Kooperation mit SpaceX – Ende 2023 begann Amazon die Zusammenarbeit mit diesem Partner, konnte aber bis 2025 nur sieben von zwanzig geplanten Starts realisieren.

Kurz gesagt bittet Amazon um zusätzliche Zeit, um das Projekt erfolgreich abzuschließen und die Dienste einer breiten Nutzerbasis zur Verfügung zu stellen.

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