Chinesische Chiphersteller können von der KI-Blase profitieren, ohne über die modernsten Fertigungstechnologien zu verfügen, erklärt der Leiter von SMIC.
Chinesische Chiphersteller sind überzeugt, dass Sanktionen das Wachstum der Branche nicht stoppen werden
SMIC – der größte Auftragschip-Hersteller in China – steht seit langem unter amerikanischen Sanktionen und hat keinen Zugang zu hochentwickelter Ausrüstung, die für die Herstellung von Chips mit Prozessen unter 7 nm erforderlich ist. Dennoch erklärt der Gründer des Unternehmens, dass diese Umstände chinesische Hersteller nicht daran hindern würden, sich im aktuellen KI-Boom weiterzuentwickeln.
Schlüsselgedanken von Richard Chang
Die Ausgabe *STAR Market Daily* zitiert Richard Chang, der betont, dass die Halbleiterbranche Chinas stark sei dank spezialisierter Technologiestufen und Produktionsvolumina. Seiner Meinung nach treibt das wachsende KI-Bedürfnis ohnehin die Nachfrage nach dem gesamten Spektrum an Mikrochips voran, nicht nur nach den fortschrittlichsten Technologien.
- Für Rechenzentren (RZ) werden Motherboards und Netzteile benötigt – Komponenten, die chinesische Unternehmen ebenfalls herstellen.
- Derzeit werden weniger als 20 % des weltweiten Chipvolumens mit den modernsten Technologiestufen produziert. Die restlichen über 80 % gehören zu reifen und spezialisierten Technologien, in denen sich bereits chinesische Hersteller etabliert haben.
Vorteile für China
Taiwanesische Konkurrenten erhöhen die Preise und wechseln zu fortschrittlicheren Prozessen, wodurch sie eine Nische für chinesische Hersteller freigeben. Seit Mitte letzten Jahres hat China die Verarbeitung von 300‑mm-Siliziumwafern mit Technologiestufen von 90 nm und höher intensiviert.
Nachfrage nach Peripherie-Computing
Der KI-Boom führt auch zu einem Anstieg der Nachfrage nach peripheren Rechenanwendungen: intelligente Geräte, Industrieausrüstung, autonome Fahrzeugsysteme und Roboter. Der Großteil der Chips für diese Aufgaben kann mit reifen Technologiestufen hergestellt werden, was chinesischen Unternehmen ermöglicht, selbst bei begrenztem Zugang zu hochentwickelter ausländischer Ausrüstung profitabel zu sein.
Somit bleibt China trotz Sanktionen wettbewerbsfähig im Segment spezialisierter Mikrochips und bereit, die steigende Nachfrage nach KI-Produkten zu nutzen.
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