Blue Origin strebt danach, orbitalen Rechenzentren für KI zu schaffen, ähnlich wie SpaceX, und hat einen Antrag auf den Start von 51 600 Satelliten eingereicht
Blue Origin beantragt bei der FCC einen orbitalen Datencenter „Sunrise“
Das Unternehmen Blue Origin (Eigentümer Jeff Bezos) hat die US Federal Communications Commission (FCC) um Genehmigung für das Projekt Sunrise – ein Netzwerk von orbitalen Datencentern, bestehend aus bis zu 51.600 Satelliten – gebeten. Die Satelliten sollen in Höhen zwischen 500 und 1.800 km über der Erde platziert werden.
Was geplant ist
* Bereitstellung von Rechenleistung im Weltraum – Erhöhung der Gesamtkapazität der Branche, Hinzufügen „sauberer“ Energiequellen und Beibehaltung der Bodeninfrastruktur für Aufgaben, die nicht aus dem Orbit ausgeführt werden können.
* Datenübertragung zur Erde erfolgt über laserbasierte Inter-Satelliten-Links (optical inter‑satellite links).
* Die Satelliten sollen sich mit dem System TeraWave verbinden, das Blue Origin als Konkurrenz zu Starlink entwickelt, jedoch noch nicht von der FCC genehmigt wurde.
In dem Antrag heißt es lediglich, dass die Geräte mindestens drei Antennentypen verwenden werden. Details zur Bauweise der Satelliten liegen noch nicht vor.
Vergleich mit SpaceX
* SpaceX hat bereits einen Antrag für bis zu 1 Million Satelliten gestellt und ein öffentliches Diskussionsverfahren eröffnet.
* Die Anzahl der Sunrise‑Satelliten (51.600) übersteigt deutlich die derzeit aktiven Satelliten (~15.000), liegt jedoch noch unter den Plänen von SpaceX in Bezug auf das Ausmaß.
Meinungen der Branchenführer
* Jeff Bezos sagte im Oktober, dass kosmische Datencenter in den kommenden Jahrzehnten die terrestrischen hinsichtlich Kosten übertreffen und direkt Sonnenenergie nutzen könnten.
* Elon Musk unterstützt die Idee orbitaler Zentren und betont die ökologischen Vorteile einer Verlagerung von Rechenaufgaben ins All.
Argumente von Blue Origin
Das Unternehmen behauptet, dass der Wettbewerb zwischen mehreren Akteuren den technologischen Fortschritt beschleunigen, die Ressourceneffizienz steigern und zu nachhaltigeren Lösungen für die Branche führen wird.
Zusätzlich hat das Startup Sunrise Starcloud (Starcloud) einen Antrag bei der FCC gestellt, um eine Gruppe von 88.000 Satelliten für eigene Datencenter zu bündeln. Zusammen könnten diese Initiativen die Anzahl der Geräte im erdsynchronen Raum erheblich erhöhen.
Öffentliche Reaktion
* Astronomen und Umweltschützer äußern Bedenken hinsichtlich Lichtverschmutzung, Sicherheit von Weltraumobjekten und möglicher Auswirkungen auf die Erdatmosphäre.
* Blue Origin und SpaceX planen, alte Satelliten außer Betrieb zu nehmen und in der Atmosphäre zu verbrennen, kritisieren jedoch das groß angelegte Projekt von SpaceX als „wesentlich erschwertes Zusammenleben von Gruppen“ und weisen auf fehlende Präzedenzfälle für ein so großes Netzwerk hin.
Interaktion mit Amazon
* Amazon forderte die FCC auf, den Antrag von SpaceX abzulehnen, da er zu spekulativ sei und zur Monopolbildung in der Orbitalwirtschaft führen könne.
* Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr antwortete, indem er die Unternehmen aufforderte, sich auf ihre eigenen Bemühungen im Bereich Satelliteninternet zu konzentrieren.
* Als Antwort beschuldigte SpaceX Amazon und Blue Origin wegen „Naivität“ aufgrund fehlender praktischer Erfahrung.
Somit strebt Blue Origin an, einen wettbewerbsfähigen orbitalen Datencenter aufzubauen, steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen sowohl von Seiten der Regulierungsbehörden als auch von Konkurrenten und der Öffentlichkeit. Die Frage, wer in der neuen Branche der kosmischen Infrastruktur für KI‑Rechnungen führend sein wird, bleibt offen.
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