Anthropic überholte OpenAI und wurde nach der Hauptveranstaltung HumanX im Bereich künstlicher Intelligenz zum Marktführer.
Anthropic erobert die Aufmerksamkeit der Industrie bei HumanX
Auf der HumanX-Konferenz in San Francisco, wo etwa 6 500 Führungskräfte und Gründer von Unternehmen zusammenkamen, zog Anthropic die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Das Hauptthema wurde das Claude Code-System – ein Tool zur Generierung von Programmcode, das die Position des Unternehmens bei großen Kunden stärkte und es ins Zentrum des am schnellsten wachsenden Anwendungssegments der KI brachte.
Was Experten sagen
- CNBC befragte 19 Führungskräfte und Investoren, die Claude Code als das auffälligste Produkt auf dem Markt bezeichneten. Dabei wiesen sie jedoch auf ernsthafte Konkurrenten hin: OpenAI, Cursor und Google.
- Für Anthropic ist dieser Erfolg besonders wichtig, da das Unternehmen bereits seine Effektivität bei der Arbeit mit großen Kunden bewiesen hat. Erfolge in der Erstellung, Bearbeitung und Prüfung von Code erhöhen die Chancen, Verträge mit den größten Käufern abzuschließen.
- Obwohl OpenAI 2022 einen KI-Boom mit ChatGPT gestartet hat, wirkt Anthropic heute besser vorbereitet auf den Kampf um die größten Budgets.
Gerichtlicher Konflikt mit dem Pentagon
Trotz des öffentlichen Streits mit dem US-Verteidigungsministerium (DoW), der zur Aufnahme von Claude in die schwarze Liste führte, ermöglichten zwei gegensätzliche Gerichtsurteile Anthropic, weiterhin mit anderen Bundesbehörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet, nachdem eine Gruppe Forscher aus OpenAI abgewandert war, und wird auf etwa 380 Millionen US-Dollar geschätzt.
- Claude Code wurde im Mai 2025 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- Stand Februar dieses Jahres überstieg der aktuelle Jahresumsatz 2,5 Millionen US-Dollar.
Neue Modell – Claude Mythos Preview
Am Dienstag stellte Anthropic das neue KI-Modell Claude Mythos Preview vor, das auf Cybersicherheit ausgerichtet ist. Es nutzt starke Programmier- und Denkfähigkeiten:
- Auf HumanX weckte die Neuheit ein bemerkenswertes Interesse, aber nur etwa 50 Unternehmen erhielten Zugang.
- Der Leiter von Synthesia, Viktor Riparbell, erklärte den Erfolg von Anthropic damit, dass das Unternehmen sich auf Codegenerierung konzentrierte und nicht auf Video‑ und Sprach-KI‑Modelle. Seiner Meinung nach förderte OpenAI gleichzeitig sechs verschiedene Produkte, was die Aufmerksamkeit der Verbraucher verwässerte.
- Einer der Investoren bemerkte, dass der Markt noch zu jung sei und der aktuelle Impuls leicht wechseln könnte.
Wie sich die Arbeit in Unternehmen verändert
Decagon
Der Präsident Ashwin Srinivas erklärte, dass das Aufkommen von Code‑Schreibtools sowohl die Einstellung als auch die Arbeitsorganisation verändert haben. Bewerber dürfen nun solche Tools bei Vorstellungsgesprächen nutzen, und Projekte, die früher 4–5 Ingenieure erforderten, können jetzt von zwei Personen geführt werden.
Credo AI
Der Leiter Navrina Singh betonte, dass Aufgaben, die im vergangenen Jahr zehn Personen erfordert hätten, jetzt an einem Wochenende zusammengetragen und innerhalb des Unternehmens umgesetzt werden könnten. Es ist jedoch schwieriger geworden, die Kontrolle über Entwicklungspläne und Verpflichtungen gegenüber großen Kunden zu behalten, die mehr Klarheit und Stabilität benötigen.
Cisco
Der Präsident Jitu Patel teilte mit, dass KI bereits von etwa 85 % der Ingenieurkräfte (≈18 000 Mitarbeiter) genutzt wird. Cisco kam dabei nicht auf den Weg, den das Management erwartet hatte: Zunächst machte das Unternehmen die Selbstimplementierung zum Priorität und nicht das Ergebnis. Patel schlug vor, Systeme als digitale Kollegen zu betrachten: Ein Team könnte aus zwei Personen und sechs Softwareassistenten oder sogar einer unendlichen Anzahl solcher Assistenten bestehen.
Besorgnis über offene chinesische Modelle
Die meisten Teilnehmer der CNBC-Umfrage äußern Bedenken hinsichtlich chinesischer KI‑Modelle mit offenen Gewichten – Systeme, deren Parameter öffentlich zugänglich sind und die es ermöglichen, Antworten und Vorhersagen während des Trainings zu verbessern. Stand April führten solche Modelle (GLM‑5.1, Kimi K2.5, Qwen3.5) in branchenspezifischen Tests die Rangliste an. Amerikanische Unternehmen nutzen diese Entwicklungen bereits aktiv.
Cursor IDE baute sein KI-Modell… *(Text endet)*
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