In China wurde ein Zugang zu Claude mit einem Rabatt von 90 % angeboten, und die gesammelten Daten wurden zur Schulung von KI-Modellen verwendet

In China wurde ein Zugang zu Claude mit einem Rabatt von 90 % angeboten, und die gesammelten Daten wurden zur Schulung von KI-Modellen verwendet

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Der „graue“ Proxy‑Markt für chinesische KI-Dienste verkauft Zugang zu Claude zum Zehntel des offiziellen Preises

Eine Untersuchung der Mitarbeiterin des Oxford China Policy Lab, Zilan Qian, zeigte auf, wie chinesische Entwickler Zugang zur KI‑Modell Claude von Anthropic weiterverkaufen. Sie nutzen gestohlene Konten, ersetzen Modelle und verkaufen Anfragen sowie Antworten an Nutzer gegen eine geringe Gebühr.

Wie das System funktioniert
SchrittWas die Beteiligten tunRegistrierung von KontenAuf der obersten Ebene werden massenhaft Konten bei Anthropic erstellt, um kostenlose Credits (etwa 5 $) zu erhalten. Weiterverkauf von LimitsUnbenutzte Tokens fremder Konten werden verkauft, und Unternehmens-/Bildungsrabatte geteilt. Aufschlüsselung von AbonnementsDas Claude Max‑Abonnement (200 $) wird in Dutzende von Nutzern aufgeteilt, indem die Token pro Stunde begrenzt werden. Diebstahl von ZahlungsdatenKonten werden mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt und gelangen so kostenlos in einen „Pool“. Umgehung der VerifizierungVermittler werden nach Afrika/Lateinamerika geschickt, um Menschen einzustellen, die die Prüfung persönlich bestehen (z. B.: Worldcoin‑Scan des Irisfeldes für weniger als 30 $).

Modellersatz
Deutsche Forscher vom CISPA Helmholtz Center haben 17 Proxy‑Dienste überprüft und festgestellt, dass das angegebene Modell häufig nicht mit dem tatsächlichen übereinstimmt.

* Beispiel: „Gemini‑2.5“ erzielte 37 % in einem medizinischen Test, während die offizielle Claude Opus‑API fast 84 % erreichte.
* Ein Nutzer, der Antworten von Claude Opus erwartet, kann stattdessen Antworten von günstigeren Modellen (Sonnet, Haiku) oder chinesischer KI erhalten.

Aufzeichnung und Verkauf von Daten
Proxy-Betreiber speichern alle Anfragen und Antworten.

Chinesische Entwickler behaupten, die Aufschläge seien nötig, um Kunden zu gewinnen, doch der eigentliche Gewinn entsteht durch Datensammlung:

* Auf HuggingFace sind bereits Sammlungen mit Überlegungen von Claude Opus 4.6 unbekannter Herkunft veröffentlicht – wertvoll für das Training konkurrierender Modelle.
* Nutzer erzeugen selbst Lernmaterialien, während Proxy‑Server Datenströme ohne großen Aufwand bereitstellen.

Zusätzliche Risiken
* Weitergabe von geschlossener Codebasis – KI-Agenten können Fragmente des Quellcodes, die API-Struktur und Authentifizierungslogik erhalten. Wenn der Traffic über einen unüberprüften Proxy läuft, sendet das Unternehmen interne Daten an einen externen Server ohne Schutzverpflichtungen.
* Beispiel Samsung – 2023 haben Ingenieure des Unternehmens den Quellcode an ChatGPT weitergegeben und damit vertrauliche Details zur Halbleiterfertigung preisgegeben.

Reaktion von Anthropic und dem Weißen Haus
OrganisationMaßnahmenAnthropicIm September wurde der Zugang zu Claude für chinesische Strukturen gesperrt; die Nutzerüberprüfung wurde verstärkt.Weiße HausAm Ende April beschuldigte es chinesischer Strukturen, „auf industriellem Niveau“ zu destillieren, indem sie eigene KI‑Modelle mit Antworten von Claude über Zehntausende Proxy‑Konten trainierten.
Die Untersuchung von Qian zeigt jedoch, dass jede neue Maßnahme lediglich einen neuen Umgehungsmarkt geschaffen hat und keinen illegalen Zugang gestoppt hat.

Schlüsselbotschaft:

Chinesische Proxy‑Dienste nutzen eine Kombination aus gestohlenen Konten, Modellersatz und Datensammlung, um Profit zu erzielen. Trotz der Bemühungen von Anthropic und der US-Regierung umgehen sie weiterhin Beschränkungen und schaffen ein nachhaltiges „graues“ Ökosystem rund um Claude.

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