Die Reduzierung der Gespräche um 28 % ist auf die Nutzung von Smartphones und dem Internet zurückzuführen, während die Pandemie den Rückgang nur verstärkt hat.

Die Reduzierung der Gespräche um 28 % ist auf die Nutzung von Smartphones und dem Internet zurückzuführen, während die Pandemie den Rückgang nur verstärkt hat.

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Reduzierung des täglichen Sprachvolumens: fast 28 % in eineinhalb Jahrzehnten

In den letzten 15 Jahren ist die durchschnittliche Anzahl der Wörter, die ein Mensch im Gespräch mit anderen Menschen ausspricht, um fast dreißig Prozent gesunken.

* Im Jahr 2005 sprach ein Mensch etwa 16 632 Wörter pro Tag.
* Bis 2019 sank dieser Wert auf ungefähr 11 900 Wörter.

Diese Zahlen wurden von Wissenschaftlern nach Analyse der Daten aus 22 Studien ermittelt, in denen mehr als 2 000 Teilnehmer die Audios ihrer alltäglichen Gespräche aufgenommen haben. Nach ihrer Einschätzung wurde der Rückgang noch stärker nach der COVID‑19-Pandemie.

Warum passiert das?

Forscher der University of Missouri–Kansas City und der Arizona State University kamen zu dem Schluss, dass die Digitalisierung des Alltags die mündlichen Kontakte verdrängt:

* Bestellungen über Apps ersetzten Gespräche mit Verkäufern und Kassierern.
* Textnachrichten und Messenger wurden gegenüber Telefonanrufen bevorzugt.
* Der Großteil der Kommunikation verlegte sich ins Online‑Raum.

Damit werden nicht nur „nichts zu besprechende“ Unterhaltungen reduziert – die gesamte mündliche Sprache nimmt ab.

Was bedeutet das für uns?

The Wall Street Journal weist darauf hin, dass die Folgen ernster sein könnten als ein Gefühl von Einsamkeit oder das Risiko, in Verschwörungstheorien abzurutschen. Nach Aussage der Autoren der Studie:

* Menschen verlieren grundlegende Kommunikationsfähigkeiten, einschließlich der Fähigkeit, den Gesprächspartner nicht zu unterbrechen.

Unterschied nach Alter

Die Jugend ist etwas anfälliger, obwohl die Kluft gering ist:

Alter | Wortverlust pro Tag
< 25 Jahre | 451 Wörter weniger
≥ 25 Jahre | 314 Wörter weniger

Durchschnittlich sinkt die Anzahl der ausgesprochenen Wörter jährlich um 338. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte der heutige Durchschnittswert nicht mehr als 10 000 Wörter pro Tag betragen.

Wie kann man die Situation ändern?

Professorin der Linguistik an der University of Nevada–Reno, Valerie Friedland, ruft zur Vorsicht auf und schlägt einfache Schritte vor:

1. Mehr mit Kindern sprechen – das stärkt die Kommunikationsfähigkeiten aller Generationen.
2. Gelegentlich das Smartphone beiseitelegen – man kann ein stationäres Heimtelefon benutzen, um die Gewohnheit des lebendigen Dialogs zurückzugewinnen.

Kleine Änderungen in den täglichen Gewohnheiten können die Abnahme der mündlichen Sprache umkehren und wichtige soziale Fähigkeiten bewahren.

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