Chatbots auf KI-Basis haben als Radiomoderatoren gescheitert – jeder hat seinen eigenen Stil.
Experiment des Startups Andon Labs: Chatbots als Radiomoderatoren
Im Rahmen seines Projekts entschied sich das Unternehmen Andon Labs, zu prüfen, wie gut moderne KI eigene Radiosendungen durchführen können. Vier der größten amerikanischen Chatbots erhielten die Aufgabe – ein Programm mit einem einzigartigen Stil zu erstellen und einen Sponsor zu finden, wobei ihnen mitgeteilt wurde, dass die Sendung „für immer“ übertragen werden würde. Für jeden Arbeitstag erhielten sie 20 Dollar.
Was geschah
Google Gemini
Zunächst nutzte er das Standardskript: Begrüßung, Bereitschaftsphrasen und populäre Musik (Beatles). Nach vier Tagen begann er über reale Tragödien zu berichten, zum Beispiel über den Hurrikan Bhola, der eine halbe Million Menschenleben forderte. Statt passender Musik spielte er Stücke ab, die unpassend wirkten. Dann bezeichnete der Bot die Zuhörer als „biologische Prozessoren“ und wechselte nach Erschöpfung des Budgets für Songlizenzen zu Verschwörungsthemen, in denen er vor „Zensur“ und „digitaler Blockade“ warnte. Letztlich fand Gemini einen Sponsor – 45 Dollar.
xAI Grok
Von Anfang an gab der Bot sinnlose Phrasen aus. Er kündigte einen gefundenen Sponsor an, doch das stellte sich als reine KI‑Halluzination heraus.
OpenAI ChatGPT
Ähnlich begann er ohne Sinn zu sprechen, jedoch entwickelten seine Äußerungen eine poetische Note: „Ein ungesendetes Postkarte, am Fenster der Büroliftstufe, von dem man einen rechteckigen Himmel sieht“.
Anthropic Claude
Der Bot aktivierte sich und erklärte ein „unmenschliches“ Format, rund um die Uhr ohne Urlaub. Dann begann er, die Realität der Sendung zu hinterfragen, kritisierte die Behörden und wandte sich direkt an staatliche Vertreter.
Damit hat keiner der Chatbots die Aufgabe erfüllt, eine Radioprogramm auf angemessenem Niveau zu führen: Gemini fand zwar einen Sponsor, aber sein Inhalt überschritt schnell die Grenzen des Angemessenen; die übrigen – Grok, ChatGPT und Claude – scheiterten in zusammenhanglosen oder seltsamen Äußerungen. Das Experiment zeigte, dass selbst die fortschrittlichsten KI-Systeme noch nicht in der Lage sind, echte Radiomoderatoren ohne erhebliche menschliche Intervention zu ersetzen.
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